„Tue
Gutes – und wir reden darüber“ – auch wenn
dieser Satz zunächst ein wenig ungewöhnlich klingt, könnte
er ein Leitwort für die diakonische Arbeit der Kirche sein.
Gutes getan wird in Diakonie und Sozialhilfe seit vielen Jahren.
Kooperationen sind entstanden zwischen verschiedenen Trägern
und Institutionen, haupt- und nebenamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter haben sich bereit erklärt, für solche Projekte
zu arbeiten, Männer und Frauen fanden sich, die ehrenamtlich
und mit viel Einsatz die Arbeit begleiteten oder sich in Vereinsvorständen
um Konzeptionen und Finanzierungen kümmerten. Die seit 20
Jahren bestehende Jugendwerkstatt ist ein Beispiel dafür.
Gutes getan wird viel – auch wenn Solidarität nicht
mehr selbstverständlich ist. Da ist es umso wichtiger, von
sozialer Arbeit auch in der Öffentlichkeit immer wieder zu
reden und dafür zu werben. Denn die Verantwortung für
den Nächsten muss in unserem Bewusstsein bleiben. Die Sorge
für die Benachteiligten ist kein Luxus, sondern sie hält
unsere Gesellschaft zusammen.
Gutes getan wird aber auch in den Betrieben und Firmen, mit denen
die Jugendwerkstatt zusammenarbeitet. Es ist erfreulich, dass sich
immer wieder Arbeitgeber finden, die Jugendliche während der
Ausbildung betreuen und betriebliche Mittel für ihre Ausbildung
einsetzen. Dass es immer noch zu wenige sind und dass in einer
wohlhabenden Gesellschaft jeder arbeitslose Jugendliche eigentlich
ein Skandal sein müsste, mag nicht verschwiegen werden. Aber
das sollte uns nicht vergessen lassen, wie viele Betriebe sich
in der Ausbildung engagieren und damit den Grundstein legen für
die Qualifikation der künftigen Arbeitnehmer. Als Kirche können
wir die Firmen nur darin bestärken, diesen Weg auch angesichts
zunehmender Globalisierung und stärker werdenden Kostendrucks
weiterzugehen.
Ich möchte der Jugendwerkstatt, ihren Kostenträgern
und den Betrieben sehr herzlich danken für ihre Arbeit und
auch künftig viel Erfolg, die notwendigen Finanzen und in
allem Gottes Geleit wünschen.
Dr. Helmut Millauer
Regensburg
2002
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